Werk
Ein Werkkörper, in Serien gebaut.
Die Arbeit von Jens Hartmann entsteht in Serien — jede ein fortlaufender Befund eines einzelnen Terrains. Die erste ist Iceland. Weitere Serien sind in Arbeit und kommen hinzu, sobald sie tragen.
Serie — Iceland
Das Innere Islands ist junger Grund. Rhyolith-Berge tragen die Farbe des Magmas, aus dem sie erkalteten; Gletschereis hält Asche und Schmelzwasser in Schichten gepresst. Beides ist Befund — von Hitze, von Druck, von langsamem Verlust. Was uralt aussieht, ist neu, und noch in Bewegung.
Die Serie entstand 2022 über drei Monate im Inneren der Insel — auf den Schwemmebenen, den Hochlandpisten abseits der markierten Wege. Sie fotografiert Island nicht als Reiseziel. Sie zeichnet den Grund als Zustand auf: Oberfläche, Wetter, Druck, der abgekühlte Rückstand von Gewalt.
Die Landschaftsfotografie war darauf gebaut, das Erhabene zu liefern — die überwältigende Aussicht, den Beweis einer unberührten Welt. Diese Aussicht ist nicht mehr ehrlich. Diese Fotografien entstehen danach: nicht das Spektakel der Natur, sondern ein nüchterner Befund dessen, was der Grund ist.